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September 2017:
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse an Professor Dr. Manfred Cierpka

Aus der Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg:
Ministerin Theresia Bauer: „Professor Cierpka hat das Konzept der Frühen Hilfen fest etabliert. Sein Einsatz für präventive Angebote und Kinderschutz hat vielen Kindern und Familien geholfen und unsere Gesellschaft insgesamt besser gemacht.“

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat in Vertretung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Bundesverdienstkreuz erster Klasse an Prof. Dr. Manfred Cierpka überreicht.
„Prof. Manfred Cierpka packt dort an, wo es notwendig ist. Er will verändern, was geändert werden sollte. Stillstand liegt ihm nicht. Mit seinen Projekten schärft er das Bewusstsein für Gewaltprävention und ermöglicht dadurch zahllosen Kindern einen gewaltfreien Alltag. Seine Ideen und sein Einsatz haben dazu beigetragen, Hilfsangebote zu Enttabuisieren. Denn die beste Hilfe nützt nichts, wenn sie nicht in Anspruch genommen wird“, sagte Ministerin Theresia Bauer am Donnerstag (28. September) bei der Verleihung in Heidelberg.
Ende der 1990er Jahre hat Cierpka das Projekt „Faustlos“ in Göttingen etabliert. Es handelt sich um ein Lernprogramm mit dem Ziel, sozial-emotionale Kompetenzen zu erlernen - ein wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention. Das Präventionsprogramm „Keiner fällt durchs Netz“, das Kinder und Familien stark für unsere Gesellschaft macht, startete 2007. Um allen Kindern von Beginn an eine Chance auf eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen, werden mit „Keiner fällt durchs Netz“ frühe Zugänge zu belasteten Familien geschaffen und Unterstützungsangebote für werdende Eltern und Familien mit Neugeborenen und Kleinkindern bereitgestellt.
Beide Angebote sind ein großer Erfolg und wurden breit etabliert. „Keiner fällt durchs Netz“ wurde im gesamten Saarland, in Hessen sowie in Heidelberg angesiedelt. „Faustlos“ wurde in Deutschland bundesweit an über 10.000 Einrichtungen etabliert und ist auch in der Schweiz, in Österreich, Belgien und Luxemburg fester Bestandteil der pädagogischen Konzepte an Schulen und Kindergärten.
Seit 1990 setzt Herr Prof. Cierpka wesentliche Impulse bei der Leitung der Lindauer Psychotherapiewochen. Dort liegt sein Fokus auf der Fort- und Weiterbildung von Ärzten und Psychologen. Mit einer interdisziplinären Programmgestaltung setzt er sich für die Überwindung der Berufsgruppen- und auch der Ländergrenzen ein und verstärkt dadurch die internationale Zusammenarbeit.
Zusätzlich engagiert sich Prof. Cierpka im Beirat des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH).
Er war Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats für Psychotherapie der Bundesärztekammer und der Bundespsychotherapeutenkammer bis September 2015.
Hinzu kommen weitere ehrenamtliche Leistungen im Interdisziplinären Qualitätszirkel Jugendhilfemedizin, für die Behandlung von Gewaltopfern oder in Projekten für werdende Eltern, etwa „Das Baby verstehen“ oder „Die Kieselschule“, ein musikalisches Curriculum zur psychosozialen Prävention für Grundschulen und Kindergärten.



2017:
gesund - beschützt - geborgen
Frühe Hilfen für Familien - ein Projekt zur psychosozialen Prävention für junge Eltern in schwierigen Lebenslagen in Ulaanbaatar/Mongolei (2013-2017)
Ute Henninge, Ulambayar Badarch, Andreas Eickhorst, Manfred Cierpka

Wie lassen sich junge Mütter und Väter in der kritischen Lebensphase des Übergangs in die Elternschaft unterstützen, wenn, wie z.B. in Gesellschaften im Umbruch, traditionelles Lernen und Aktivieren elterlicher Kompetenzen durch Anschauung und Tun im Alltagskontext nicht mehr gewährleistet ist? Grundlage des Projekits gesund-beschützt-geborgen bildete das von Manfred Cierpka und seinem Team entwickelte Präventionsprogramm Das Baby verstehen. In einer explorativen Studie in der Mongolei wurden die Bedingungen für den Transfer sowie die Akzeptanz des Programms bei jungen Eltern in der Hauptstadt Ulaanbaatar untersucht.

Das Buch ist online verfügbar - als PDF kostenlos von jedermann weltweit nutzbar!
Download-Link

Eine Printversion ist im Buchhandel für € 29,90 erhältlich.



2016:
Regulatory Disorders in Infants
Assessment, Diagnosis, and Treatment
Herausgeber: Cierpka, Manfred

This innovative book discusses current findings on regulatory disorders in infants and offers practical guidelines for diagnosis and intervention. Focusing on core infant and toddler concerns including crying, sleeping, feeding, clinginess, and aggression, it presents a developmental continuum from normal to disturbed behavior regulation and examines science-based strategies for halting this trajectory. Case examples and widely used tools illustrate diverse approaches to assessment and diagnosis, emphasizing nuances of parent-infant interactions and parents‘ reactions that may fail to answer, or may even exacerbate, the child’s distress. And chapters outline counseling and therapy options for infants and parents, so that persistent problems do not become entrenched in children’s future behavior or lead to long-term family dysfunction.

Among the topics covered:
• Approaches to diagnosing regulatory disorders in infants.
• Feeding disorders in infants and young children.
• Developmentally appropriate vs. persistent defiant and aggressive behavior.
• Treatment approaches for regulatory disorders.
• Video and video feedback in counseling and therapy.

Regulatory Disorders in Infants is an essential resource for clinicians and practitioners as well as researchers and graduate students in clinical child and school psychology, pediatrics, social work, psychiatry, and family studies.



Stellt die frühe Kindheit Weichen?
Dokumentation der Tagung vom 25. - 26. September 2015 in Heidelberg

Das Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg und das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) haben vom 25.-26. September 2015 zu einer Tagung zum Thema „Stellt die frühe Kindheit Weichen?“ eingeladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus dem In- und Ausland stellten neueste Erkenntnisse vor, die die besondere Bedeutung der frühen Kindheit für das spätere Leben belegen. Zugleich thematisiert wurden notwendige primär- und sekundärpräventive Strategien, um die Kinder und ihre belasteten Eltern zu stärken. Dem Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen in Deutschland kommt dabei besondere Bedeutung zu. Im Rahmen dieser Tagung hielt Prof. Dr. Manfred Cierpka seine Abschiedsvorlesung zum Thema: "Psychosoziale Prävention". Er erläutert darin u.a. wie er zu diesem Thema gekommen ist. Die wissenschaftliche Perspektive des Themas hat er im Tagungsbegleiter dargestellt.


Prof. Dr. med. Wolfgang Herzog würdigt die Leistungen von Prof. Dr. med. Manfred Cierpka




Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Manfred Cierpka zum Thema Psychosoziale Prävention




2013: Mental Health & Prevention
Das Journal ‚Mental Health & Prevention‘ ist soeben zum ersten Mal erschienen. Ausgabe 1 ist für Interessierte unter diesem Link kostenfrei zu erhalten.

Allgemeine Informationen zum Journal gibt es hier: www.journals.elsevier.com

Autoren können ihre Artikel hier einreichen.



2012
Das umfassende Buch zur Beratung und Psychotherapie: 0 – 3 Jahre Dieses Buch versammelt die renommierten deutschsprachigen Experten auf dem Gebiet. Durch die Ausweitung auf Kleinkinder wird der Bereich der frühen Kindheit von 0 bis 3 Jahren abgedeckt. Das Buch stellt nicht nur Beratungskonzepte dar, sondern auch darüber hinausgehende vertiefende psychotherapeutische Behandlungskonzepte.

  • Im Handbuch werden auch die Grundlagen ausführlich dargestellt, sowohl was die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes angeht, als auch korrespondierende Veränderungen und Belastungen in Partnerschaft und Familie.
  • Im zentralen Teil des Buches werden die Probleme und Störungsbilder bei den 0–3-jährigen Säuglingen und Kleinkindern und die Interventionen dargestellt.
  • Die unterschiedlichen Belastungen von Familien werden im Hinblick auf das Behandlungskonzept gesondert aufgegriffen.
  • Zum Schluss werden auch präventive Konzepte dargestellt, die im immer wichtiger werdenden Bereich der sogenannten »Frühen Hilfen« im deutschsprachigen Raum eine große Rolle spielen.
Geschrieben für Kinder- und Erwachsenen-Psychotherapeuten, Psychiater, Kinderärzte, Sozialpädagogen (z. B. in der Jugendhilfe), Psychologen (z. B. an Beratungsstellen), Hebammen, Familienhelfer, Studierende. Das Praxisbuch, das jede Fachfrau, jeder Fachmann zur Hand haben sollte, wenn es um die Unterstützung von Säuglingen und Kleinkindern sowie deren Familie geht.
Mehr Informationen unter : www.springer.com



Eine saarländische Erfolgsgeschichte
Zum Ende der ersten Phase des Projekts „Keiner fällt durchs Netz“ lud das Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport des Saarlandes am 02. Februar zu einer Abschlussveranstaltung im Saarbrücker Schloss ein. Unter dem Titel „Keiner fällt durchs Netz – eine saarländische Erfolgsgeschichte“ wurde eine positive Bilanz der ersten drei Projektjahre gezogen und die Fortführung des Projekts angekündigt. In ihren Begrüßungsworten würdigten die Ministerin Frau Kramp-Karrenbauer sowie der Gesundheitsminister Herr Weisweiler das Projekt als wichtigen Beitrag zu Prävention und Kinderschutz. Lob für das Projekt und die gute Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen kam auch von Seiten des Regionalverbandes Saarbrücken (Regionalverbandsdirektor Peter Gillo), der hessenstiftung (Geschäftsführer Herr Dr. Kuther) sowie der Friedrich-Naumann-Stiftung (Vorsitzender Herr Dr. Gerhardt).
In seinem anschließenden Vortrag konnte Prof. Dr. Manfred Cierpka vom Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätskli¬nikums Heidelberg bereits erste Ergebnisse der Begleitforschung präsentieren, die auch aus wissenschaftlicher Sicht die Wirksamkeit und somit den Erfolg des Projekts stützen. Das Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ wurde im Jahr 2007 in Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken, dem Gesundheitsministerium und dem Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg als Ergänzung des Landesprogramms „Frühe Hilfen“ beschlossen. „Keiner fällt durchs Netz“ umfasst die Netzwerkbildung ("Netzwerk für Eltern") in allen saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband, ein Elternkursangebot zur gelingenden Kommunikation mit dem Säugling ("Das Baby verstehen") sowie als Kernpunkt die aufsuchende Arbeit durch Familienhebammen beziehungsweise durch Familienbegleiterinnen. Die Arbeit der Familienhebammen und Familienbegleiterinnen wird durch Kinderärzte, Sozialarbeiter sowie durch Sozialpädagogen der Koordinierungsstellen der Landkreise und des Regionalverbandes Saarbrücken ergänzt.



2010: Kristina Schröder gibt Startschuss für Wiesbadener Frühe-Hilfen-Projekt "Keiner fällt durchs Netz"
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat am 17. Februar den Startschuss für den neuen Standort des Wiesbadener Projekts "Keiner fällt durchs Netz" gegeben. Das Projekt wurde im Rahmen des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" des Bundesfamilienministeriums als Länderprojekt in Hessen und im Saarland umgesetzt. Das Frühe-Hilfen-Projekt "Keiner fällt durchs Netz" richtet sich an Mütter und Väter mit Neugeborenen in belastenden Lebenslagen. Auf der Geburtsstation werden diese Eltern gezielt angesprochen und für eine Teilnahme an der Elternschule "Das Baby verstehen" oder an eine Familienhebamme vermittelt. Die Familienhebammen werden im Projekt weitergebildet und vom Projektteam fachlich begleitet. An jedem Standort wurde außerdem ein Netzwerk Frühe Hilfen errichtet. Nach der bisherigen Umsetzung in zwei Landkreisen in Hessen und allen Landkreisen des Saarlandes ist nun eine Fortführung der bestehenden Standorte und eine Ausdehnung auf weitere Kommunen geplant.
Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme Der Aus- und Aufbau von Netzwerken Früher Hilfen bildet einen wichtigen Schwerpunkt der Kinder- und Jugendpolitik des Bundesfamilienministeriums. So werden beispielsweise Projekte, die im Rahmen des Aktionsprogramms des Bundes "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" initiiert wurden, fortgesetzt und neue Standorte gegründet. Das Aktionsprogramm (Laufzeit von 2006 bis 2010) hatte zum Ziel, Risiken für die gesunde Entwicklung von Kindern möglichst frühzeitig zu erkennen und die Erziehungskompetenz ihrer Eltern gezielt zu verbessern. So wurde unter anderem das Nationale Zentrum Frühe Hilfen eingerichtet, um die Entwicklung Früher Hilfen bundesweit zu unterstützen.
Externer Links zum Videobeitrag: http://www.bigcitytv.de/video/Keiner-faellt-durchs-Netz-1/9ec971b14446470438b14e0c21ca9084


Von Anfang an gemeinsam
Vom 13. bis 14. Oktober 2010 fand in Berlin der 1.Bundeskongress des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) unter dem Titel „Von Anfang an. Gemeinsam.“ statt. Rund 350 Teilnehmenden aus ganz Deutschland besuchten den zweitägigen Fachkongress. Dr. Kristina Schröder, die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lobte in ihrer Eröffnungsrede die erzielten Ergebnisse der Bundesmodellprojekte: „Es ist beeindruckend, was in den Modellprojekten des Bundes zu den Frühen Hilfen geleistet wurde: Gut 2000 Familien haben wir in den vergangenen vier Jahren mit frühen Hilfsangeboten erreicht. Unsere Initiative hat gezeigt: Wir müssen den Familien so früh wie möglich Hilfsangebote machen. Die große Herausforderung wird nun darin bestehen, die wertvollen Ansätze Früher Hilfen deutschlandweit in die Praxis zu überführen." Die Ministerin sagte zu, das NZFH für weitere vier Jahre zu finanzieren. Vor der Eröffnung des Kongresses besuchte die Bundesministerin die Posterausstellung. Die Ausstellung zeigte auch die Ergebnisse des Modellprojekts „Keiner fällt durchs Netz“, das in den Bundesländern Saarland und Hessen durchgeführt wird. Im Gespräch mit Prof. Dr. Manfred Cierpka, Ärztlicher Direktor des Instituts für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie, zeigte sie sich sehr interessiert am Vorgehen und an den Resultaten des Projekts.